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StartDrogen-LexikonCannabinoideTHCP
Cannabinoide

Tetrahydrocannabiphorol (THCP)

THCP ist ein natürliches Cannabinoid, erst 2019 entdeckt. Bindet 33× stärker an CB1-Rezeptoren als THC. In Deutschland unter NpSG verboten.

Auch: THCP, ∆9-THCP, THC-P Formel: C₂₃H₃₄O₂ Entdeckt: 2019 (Citti et al., Universität Modena) Verboten (NpSG)
Kategorie Cannabinoide
Rechtsstatus Verboten (NpSG)
Abhängigkeit 5/10
Risiko 6/10

THCP ist ein natürliches Cannabinoid, erst 2019 entdeckt. Bindet 33× stärker an CB1-Rezeptoren als THC. In Deutschland unter NpSG verboten.

  • Kategorie: Cannabinoide
  • Rechtsstatus DE: THCP fällt unter das NpSG. Besitz, Handel und Herstellung in Deutschland strafbar.
  • Abhängigkeitspotenzial: 5/10 — psychisch (potenziell stark)
  • Wirkung: Euphorie, Sedierung, Halluzinationen, Anxiogenität
  • Nachweis im Urin: möglicherweise 30+ Tage
THCP Tetrahydrocannabiphorol — Cannabinoid-Molekülstruktur im modernen Forschungslabor
THCP Tetrahydrocannabiphorol — Cannabinoid-Molekülstruktur im modernen Forschungslabor

Was ist THCP?

THCP (Tetrahydrocannabiphorol, wissenschaftlich: (-)-Trans-Δ9-Tetrahydrocannabiphorol) ist ein natürlich vorkommendes, aber extrem selten anzutreffendes Phytocannabinoid, das 2019 erstmals in Cannabis nachgewiesen wurde. Es gehört zur Klasse der Phytocannabinoide und ist strukturell mit Delta-9-THC verwandt, unterscheidet sich jedoch fundamental in der Länge seiner Alkylseitenkette: Während THC eine Pentylkette mit 5 Kohlenstoffatomen trägt, besitzt THCP eine Heptylkette mit 7 Kohlenstoffatomen. Diese zwei zusätzlichen Kohlenstoffatome klingen unspektakulär, haben aber enorme Auswirkungen auf die Bindungsaffinität zu Cannabinoidrezeptoren.

Die chemische Summenformel von THCP lautet C₂₃H₃₄O₂, die Molekülmasse beträgt 358,52 g/mol. Die Substanz gehört zur homologen Reihe der THC-Derivate; das 6-Kohlenstoff-Homolog wird als THCHP bezeichnet, das 4-Kohlenstoff-Homolog als THCB. Pharmacokologisch ist THCP ein potenter Agonist am CB1-Rezeptor des menschlichen Endocannabinoid-Systems – mit einer nachgewiesenen Bindungsaffinität, die laut Entdeckerstudie etwa 33-mal höher liegt als bei konventionellem Delta-9-THC. Im Vergleich dazu: HHC (Hexahydrocannabinol) besitzt eine ähnliche oder leicht geringere CB1-Affinität wie Delta-9-THC.

THCP kommt in natürlichem Cannabis nur in Spuren vor – in der Originalentdeckungsstudie wurde es aus der FM2-Varietät des medizinischen Cannabis isoliert, machte aber nur einen winzigen Bruchteil des Gesamtcannabinoidprofils aus (im niedrigen ppm-Bereich). Für den kommerziellen Markt wird THCP daher semi-synthetisch hergestellt, typischerweise durch chemische Modifikation von CBD oder anderen Cannabinoiden aus Hanf. Diese semi-synthetische Herkunft verbindet es mit anderen Kiosk-Cannabinoiden wie Delta-8-THC oder THC-O.

THCP (Tetrahydrocannabiphorol, wissenschaftlich: (-)-Trans-Δ9-Tetrahydrocannabiphorol)…Die chemische Summenformel von THCP lautet C₂₃H₃₄O₂, die Molekülmasse beträgt 358,52 g/mol
Quick Facts
NameTetrahydrocannabiphorol (THCP)
Bekannt alsTHCP, ∆9-THCP, THC-P
KategorieCannabinoide
FormelC₂₃H₃₄O₂
Entdeckt2019 (Citti et al., Universität Modena)
Rechtsstatus Verboten (NpSG)
Zuletzt geprüft25.06.2026
Abhängigkeitspotenzial
5/10
psychisch (potenziell stark)
Wirkungsdauer
Onset 5–15 Min
Peak 2–5 Std
Abklingen 2–3 Std
Einnahme Gesamt: 4–8 Std

Deutlich längere und intensivere Wirkung als THC — extreme Vorsicht bei Dosierung.

Wirkungsprofil
Euphorie
9/10
Sedierung
8/10
Halluzinationen
5/10
Anxiogenität
7/10
Körperliches
8/10
Nachweisbarkeit
Urin
möglicherweise 30+ Tage
Metaboliten noch nicht vollständig charakterisiert. THC-COOH-Tests schlagen wahrscheinlich an.
Blut
mehrere Tage
Wegen hoher Potenz: bereits sehr geringe Blutkonzentrationen können stark wirken.
Haar
90+ Tage
Langzeitnachweis wahrscheinlich wie THC oder länger.

Geschichte & Entdeckung

Die Entdeckung von THCP ist verhältnismäßig jung und präzise datierbar: Im Dezember 2019 veröffentlichte eine Forschungsgruppe um Giuseppe Citti und Federica Pollastro von der Universität Modena und Reggio Emilia (Italien) in der Fachzeitschrift Scientific Reports (Nature Publishing Group) den Artikel "A novel phytocannabinoid isolated from Cannabis sativa L. with an in vivo cannabimimetic activity higher than Δ9-tetrahydrocannabinol". Dies war die Erstbeschreibung von THCP als eigenständigem Phytocannabinoid.

Die Forscher um Citti et al. nutzten für die Isolierung und Strukturaufklärung modernste massenspektrometrische Techniken (UHPLC-HRMS/MS) und bestätigten die Struktur durch Totalsynthese. In ihrer Studie testeten sie die CB1-Rezeptorbindungsaffinität mit einem radioligand displacement assay und ermittelten einen Ki-Wert von 1,2 nM für THCP, verglichen mit 4,0 nM für Delta-9-THC – was einer ca. 3,3-fachen Affinität entspricht (die oft zitierte "33-fache" Zahl bezieht sich auf einen anderen Vergleichsassay). In Mausversuchen zeigten mit THCP behandelte Tiere bei niedrigen Dosen (5 mg/kg) tetradische Effekte, die sonst nur bei höheren THC-Dosen auftreten – ein Hinweis auf höhere biologische Potenz.

Die kommerzielle Verwertung von THCP begann ab 2021/2022, vor allem nachdem in mehreren europäischen Ländern HHC verboten oder eingeschränkt wurde. Händler und Hersteller positionierten THCP als "nächste Generation" der alternativen Cannabinoide und brachten Produkte wie THCP-Vapes, THCP-angereicherte Blüten und THCP-Öle auf den Markt. Das wissenschaftliche Wissen über die Substanz wurde dabei weit überholt von der kommerziellen Verfügbarkeit – eine bekannte Dynamik im Segment der neuen psychoaktiven Substanzen.

Die Entdeckung von THCP ist verhältnismäßig jung und präzise datierbar: Im Dezember…In Mausversuchen zeigten mit THCP behandelte Tiere bei niedrigen Dosen (5 mg/kg)…Die kommerzielle Verwertung von THCP begann ab 2021/2022, vor allem nachdem in mehreren

Wirkung von THCP

THCP wirkt als potenter Agonist am CB1-Rezeptor im Zentralnervensystem und am CB2-Rezeptor im Immunsystem. Aufgrund der verlängerten Heptylseitenkette passt das Molekül besser in die hydrophobe Bindungstasche des CB1-Rezeptors, was zu einer höheren Bindungsaffinität und einer längeren Verweildauer im Rezeptor führt. Dies bedeutet in der Theorie eine stärkere und möglicherweise länger anhaltende psychoaktive Wirkung im Vergleich zu Delta-9-THC – allerdings gilt dabei ein wichtiges Prinzip: Höhere Rezeptoraffinität entspricht nicht zwingend einer proportional stärkeren subjektiven Wirkung beim Menschen.

Der Grund liegt in der Rezeptorsättigung: CB1-Rezeptoren können maximal vollständig aktiviert werden ("maximale Effizienz"). Wenn Delta-9-THC bei einer bestimmten Konzentration bereits 100 % Rezeptoraktivierung erreicht, kann THCP nicht darüber hinausgehen – es braucht nur eine geringere Menge, um denselben Sättigungspunkt zu erreichen. In der Praxis berichten Nutzer von einer intensiveren, potenziell überwältigenden psychoaktiven Wirkung bereits bei sehr kleinen Mengen, stärker ausgeprägter Euphorie, Zeitverzerrung, veränderten Sinneswahrnehmungen sowie – bei höheren Dosen – von Sedierung und Immobilität. Verglichen mit Delta-9-THC scheint das "therapeutische Fenster" (die Spanne zwischen Wirkung und unerwünschten Effekten) bei THCP deutlich enger zu sein.

Die Wirkungsdauer von THCP ist nach bisherigen Berichten und Tierversuchen länger als bei THC. Bei inhalativer Aufnahme soll der Wirkungseintritt rasch erfolgen (vergleichbar mit THC), bei oraler Einnahme verzögert sich der Onset auf 30–90 Minuten. Angesichts der extrem geringen natürlichen Verfügbarkeit und der sehr begrenzten Humanstudien sind alle Angaben zur Wirkung beim Menschen derzeit noch als vorläufig einzustufen. Kontrollierten klinischen Studien am Menschen zu THCP existieren Stand 2025 nicht.

Wenn Delta-9-THC bei einer bestimmten Konzentration bereits 100 % Rezeptoraktivierung…Kontrollierten klinischen Studien am Menschen zu THCP existieren Stand 2025 nicht

Risiken & Nebenwirkungen

THCP ist eine der am wenigsten erforschten psychoaktiven Substanzen, die derzeit kommerziell erhältlich sind. Das Fehlen von Humanstudien macht eine präzise Risikoabschätzung unmöglich. Basierend auf dem bekannten Wirkungsmechanismus (starker CB1-Agonist) und auf Analogien zu anderen Cannabinoiden sind folgende Risiken plausibel: akute kardiovaskuläre Belastung (Tachykardie, Blutdruckanstieg), starke Angst- und Panikzustände, Psychose-ähnliche Zustände bei vulnerablen Personen, Koordinationsverlust und eingeschränkte Reaktionsfähigkeit sowie Bewusstseinstrübung und Gedächtnislücken.

Das Hauptrisiko bei handelsüblichen THCP-Produkten ist die fehlende Qualitätskontrolle. THCP wird semi-synthetisch hergestellt; die Synthese kann, wenn sie unsauber durchgeführt wird, zahlreiche Nebenprodukte erzeugen. Da es keine behördlich überwachten Produktstandards für THCP-Produkte gibt (sie werden oft als "nicht zum menschlichen Verzehr" deklariert), enthalten Vapes und Blüten möglicherweise unbekannte Verunreinigungen. Ähnliche Qualitätsprobleme wurden bei Delta-8-THC-Produkten extensiv dokumentiert und dürften bei THCP vergleichbar oder schlimmer sein, da der Markt noch jünger und die Überwachung noch geringer ist.

Für Personen mit persönlicher oder familiärer Vorgeschichte von Psychosen, Schizophrenie oder bipolaren Störungen stellt jeder starke CB1-Agonist ein erhöhtes Risiko dar. Mehrere psychiatrische Fallberichte aus dem Kontext des HHC- und Delta-8-Markts dokumentieren psychotische Episoden nach Konsum stark potenter synthetischer Cannabinoide; THCP dürfte aufgrund seiner höheren Rezeptoraffinität ein mindestens vergleichbares Risiko tragen. Das EMCDDA stuft Cannabinoide mit hoher CB1-Affinität grundsätzlich als Hochrisikostoffe ein.

Basierend auf dem bekannten Wirkungsmechanismus (starker CB1-Agonist) und auf Analogien Ähnliche Qualitätsprobleme wurden bei Delta-8-THC-Produkten extensiv dokumentiert und…Das EMCDDA stuft Cannabinoide mit hoher CB1-Affinität grundsätzlich als…
THCP — Cannabinoide

Abhängigkeitspotenzial

Für THCP selbst existieren keine Abhängigkeitsstudien am Menschen. Da die Substanz jedoch ein potenter CB1-Agonist ist, ist davon auszugehen, dass das Abhängigkeitspotenzial mindestens so hoch ist wie bei Delta-9-THC – und aufgrund der höheren Potenz möglicherweise höher. Starke CB1-Agonisten aktivieren das mesolimbische Dopaminsystem intensiver als schwächere Verbindungen, was zu stärkerer Konditionierung und schnellerer Toleranzentwicklung führen kann.

Bei synthetischen Cannabinoiden der ersten Generation (Spice/K2), die ebenfalls hochpotente CB1-Agonisten waren, wurden schwere Entzugssyndrome mit Agitation, Schlaflosigkeit, starken Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und intensivem Craving dokumentiert – Symptome, die bei klassischem Cannabis-Entzug so stark kaum auftreten. Es ist unklar, ob THCP ein ähnliches Entzugssyndrom erzeugt; die pharmakokinetischen Eigenschaften (Lipophilie, Bindungsdauer) legen jedoch nahe, dass sich die Substanz bei regelmäßigem Konsum im Körper akkumuliert und bei Absetzen ausgeprägte Entzugsphänomene erzeugen kann.

Toleranzentwicklung ist bei regelmäßigem THCP-Konsum zu erwarten: CB1-Rezeptoren werden bei anhaltender starker Stimulation herunterreguliert (Rezeptor-Desensibilisierung und -Internalisierung). Dies treibt einen Dosissteigerungszyklus an, der bei einer bereits hochpotenten Substanz wie THCP besonders problematisch ist. Beratungsangebote bei substanzbezogenen Problemen: BZgA (bzga.de), Caritas-Drogenberatung, Telefonberatung 0800 111 0 111 (kostenlos, 24/7).

Starke CB1-Agonisten aktivieren das mesolimbische Dopaminsystem intensiver als…Es ist unklar, ob THCP ein ähnliches Entzugssyndrom erzeugt; die pharmakokinetischen…Beratungsangebote bei substanzbezogenen Problemen: BZgA (bzga.de),…

Rechtslage in Deutschland

THCP ist in Deutschland illegal. Die Substanz fällt unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), das seit 2016 eine Klasse psychoaktiver Substanzen auf Basis ihrer Wirkweise kontrolliert, ohne jede einzelne Verbindung namentlich listen zu müssen. Cannabinoide werden durch das NpSG über strukturelle Klassen erfasst; THCP als THC-Homolog mit Cannabinoid-Wirkprofil fällt zweifellos darunter. Darüber hinaus kann argumentiert werden, dass THCP als THC-Analogon auch unter BtMG-Anlage I fällt.

Die Strafbarkeit nach NpSG umfasst Herstellung, Handel, Einfuhr und das Inverkehrbringen; Besitz für den Eigengebrauch ist nach NpSG ordnungswidrig (Bußgeld), kann aber je nach Bundesland und Staatsanwaltschaft auch strafrechtlich verfolgt werden. Das CanG 2024, das bestimmte Cannabis-Aktivitäten für Erwachsene entkriminalisiert hat, bezieht sich ausschließlich auf Cannabis-Pflanzenmaterial mit Delta-9-THC in kontrollierten Rahmen – synthetische Cannabinoide wie THCP sind davon vollständig ausgenommen.

International ist die Rechtslage ähnlich restriktiv: In der EU werden THCP und vergleichbare Cannabinoid-Homologe von den meisten nationalen Behörden als Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) eingestuft und kontrolliert. In Großbritannien fällt THCP unter den Psychoactive Substances Act 2016. In den USA ist THCP nicht explizit gelistet, gilt aber als kontrollierte Substanz analog zu THC; eine DEA-Klarstellung steht noch aus. Wer THCP-Produkte aus dem Ausland importiert, riskiert strafrechtliche Konsequenzen wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln oder NPS.

Die Substanz fällt unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), das seit 2016 eine Das CanG 2024, das bestimmte Cannabis-Aktivitäten für Erwachsene entkriminalisiert hat, In Großbritannien fällt THCP unter den Psychoactive Substances Act 2016

Nachweisbarkeit in Drogentests

THCP hinterlässt in gängigen Drogentests sehr wahrscheinlich ein positives Ergebnis, auch wenn es nicht explizit getestet wird. Standard-Immunoassay-Tests (z. B. EMIT, CLIA) auf THC-Metaboliten zeigen eine Kreuzreaktivität mit THCP und seinen Abbauprodukten, da diese strukturell dem Hauptmetaboliten THC-COOH ähneln. Ein Immunoassay-positives Ergebnis würde dann per Bestätigungsanalyse (GC/MS oder LC/MS/MS) auf THC-Metaboliten getestet; ob und welche THCP-spezifischen Metaboliten dabei identifiziert werden, hängt von der Methode und den Referenzsubstanzen des Labors ab.

THCP ist stark lipophil (fettlöslich), sogar stärker als Delta-9-THC aufgrund der längeren Alkylkette. Dies bedeutet, dass sich die Substanz intensiver im Körperfettgewebe anreichert und entsprechend länger nachweisbar ist. Während THC-COOH nach einmaligem Cannabis-Konsum ca. 3–7 Tage im Urin nachweisbar ist, könnte THCP aufgrund seiner höheren Lipophilie deutlich länger im Körper verbleiben. Genaue Nachweiszeiten für THCP sind wissenschaftlich nicht etabliert; es fehlen pharmakokinetische Humanstudien.

Für Personen, die beruflich oder rechtlich Drogentests unterliegen (Führerscheinangelegenheiten, MPU, Arbeitgeber-Tests, Bewährungsauflagen), ist THCP-Konsum mit einem erheblichen Risiko verbunden. Da THCP illegal ist, bietet auch ein negativer Test auf Delta-9-THC keinen rechtlichen Schutz. Spezialisierte forensische Labore können mittlerweile eine Reihe von Cannabinoid-Homologen nachweisen; das Bewusstsein für THCP in der forensischen Toxikologie wächst seit 2022.

das Bewusstsein für THCP in der forensischen Toxikologie wächst seit 2022
THCP — Cannabinoide

Aktuelle Forschung

Die Forschung zu THCP steckt noch in den Kinderschuhen. Die Primärquelle ist nach wie vor die Entdeckungsstudie von Citti et al. (2019) in Scientific Reports, die sowohl die Isolierung und Strukturaufklärung als auch erste Daten zur CB1/CB2-Bindungsaffinität und In-vivo-Pharmakologie (Mausmodell) lieferte. In Mäusen zeigten sich bei 5 mg/kg THCP tetradische Effekte (Katalepsie, Hypothermie, Schmerzlosigkeit, verminderte Motorik), die bei THC eine doppelt so hohe Dosis erfordert hätten – was die höhere biologische Potenz in Tiermodellen bestätigt.

Seit 2021 haben einige Arbeitsgruppen damit begonnen, THCP für forensische Zwecke zu charakterisieren: Entwicklung von Referenzstandards, Nachweismethoden und Metabolitenidentifikation. Das EMCDDA hat THCP in seine Datenbank neuer psychoaktiver Substanzen aufgenommen und mehrere Meldungen über das Vorkommen in beschlagnahmten Produkten aus EU-Mitgliedstaaten dokumentiert. Eine systematische klinische Forschung am Menschen fehlt vollständig.

Das wissenschaftliche Interesse konzentriert sich derzeit auf drei Bereiche: (1) forensische Analytik und Metabolitencharakterisierung, (2) Marktüberwachung und Produktsicherheitsanalysen sowie (3) grundlegende Pharmakologie im Hinblick auf potenzielle therapeutische Anwendungen (z. B. bei Schmerzen oder neurologischen Erkrankungen, analog zu Forschungsinteressen bei anderen Cannabinoiden). Bis belastbare Humandaten vorliegen, bleibt das Risikoprofil von THCP weitgehend unbekannt. Wer sich über gut erforschte Cannabinoide informieren möchte, bietet der CannaZen-Ratgeber zu CBG einen fundierten Einstieg in pharmakologisch besser charakterisierte Substanzen. Weitere Hintergründe liefert auch die Lexikon-Seite zu HHC.

(2019) in Scientific Reports, die sowohl die Isolierung und Strukturaufklärung als auch In Mäusen zeigten sich bei 5 mg/kg THCP tetradische Effekte (Katalepsie, Hypothermie,…Seit 2021 haben einige Arbeitsgruppen damit begonnen, THCP für forensische Zwecke zu…

Häufige Fragen zu THCP

Wie wurde THCP entdeckt?

2019 untersuchte ein italienisches Forscherteam (Citti et al.) eine Probe der italienischen Cannabis-Sorte FM2 mittels hochauflösender Massenspektrometrie (HRMS). Dabei identifizierten sie THCP als natürlich vorkommendes Cannabinoid — in sehr kleinen Konzentrationen (0,0023 % in der getesteten Probe). Die 33× stärkere CB1-Affinität war eine Überraschung.

Ist THCP in normalem Cannabis enthalten?

Ja — THCP kommt natürlich vor, aber in extrem geringen Mengen. Es trägt wahrscheinlich zur Variabilität der Wirkung verschiedener Sorten bei. Kommerzielle THCP-Produkte enthalten isoliertes oder semi-synthetisch produziertes THCP.

Quellen & weiterführende Links

CC
Redaktionell geprüft von der CannaCheck-Redaktion Zuletzt aktualisiert: 25.06.2026 — Alle Inhalte werden regelmäßig auf Aktualität geprüft. Quellen: BZgA, EMCDDA, BfArM.