Hawaiianische Holzrose — LSA (D-Lysergsäureamid)
Samen der Hawaiianischen Holzrose enthalten LSA — ein natürliches Psychedelikum ähnlich LSD, aber schwächer. BtMG-pflichtig in Deutschland.
Samen der Hawaiianischen Holzrose enthalten LSA — ein natürliches Psychedelikum ähnlich LSD, aber schwächer. BtMG-pflichtig in Deutschland.
- Kategorie: Psychedelika
- Rechtsstatus DE: LSA (D-Lysergsäureamid) steht auf BtMG Anlage I. Die Samen der Pflanze sind an sich legal, jedoch ist die Extraktion oder die bewusste Nutzung als Droge strafbar.
- Abhängigkeitspotenzial: 1/10 — psychisch (gering)
- Wirkung: Halluzinationen, Euphorie, Übelkeit, Gedankenflucht
- Nachweis im Urin: bis 5 Tage
Was ist Hawaiian Baby Woodrose (Argentinische Holzrose)?
Hawaiian Baby Woodrose ist der englischsprachige Handelsname für Argyreia nervosa, eine Kletterpflanze aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südasien — insbesondere Indien und Bangladesch — wurde aber im 19. und frühen 20. Jahrhundert als Zierpflanze in tropische Gebiete weltweit eingeführt, darunter Hawaii, Südamerika und die Karibik. Der Name "Argentinische Holzrose" bezieht sich auf die charakteristischen, verholzenden Samenkapselgehäuse, die an Rosen erinnern.
Die Pflanze selbst ist ein üppiger Kletterer mit herzförmigen Blättern und großen, rosa-violetten Trichterblüten. Sie kann Längen von über zehn Metern erreichen und wird weltweit als Gartenpflanze kultiviert. In vielen tropischen Ländern gilt sie als invasive Art. In Europa, Nordamerika und Australien werden die Samen seit den 1970er-Jahren im Kontext des Psychedelika-Interesses bekannt und sind in Headshops sowie im Onlinehandel frei erhältlich — was ihre psychoaktiven Inhaltsstoffe in eine rechtliche Grauzone rückt.
Botanisch interessant ist die Verwandtschaft mit der Morning Glory (Ipomoea tricolor), einer weiteren Windenart mit psychoaktiven Samen. Hawaiian Baby Woodrose gilt jedoch als deutlich potenter: Während bei Morning Glory 100–200 Samen nötig sind, um eine psychoaktive Wirkung zu erzielen, reichen bei der Argentinischen Holzrose bereits 3–6 Samen aus.
LSA aus Holzrose-Samen: Onset 1–2 Std, starke Übelkeit in der Onset-Phase typisch.
Chemie: LSA (Ergine) — der LSD-verwandte Wirkstoff
Der primäre psychoaktive Wirkstoff in den Samen von Argyreia nervosa ist LSA, auch bekannt als Ergine oder D-Lysergsäureamid. Chemisch ist LSA ein Lysergsäureamid und gehört damit zur Gruppe der Ergolinalkaloide — derselben Substanzklasse wie LSD. Der strukturelle Unterschied zwischen LSA und LSD ist gering: Während LSD die Diethylamin-Gruppe trägt, besitzt LSA nur eine unsubstituierte Amidgruppe.
Trotz dieser strukturellen Ähnlichkeit unterscheidet sich die subjektive Wirkung erheblich. LSA wirkt deutlich sedativer als LSD, weniger visuell ausgeprägt und insgesamt "dumpfer". Nutzer beschreiben LSA-Erfahrungen häufig als körperschwerer und weniger klarer als LSD-Trips. Der Wirkungseintritt ist langsamer (1–2 Stunden), die Gesamtdauer mit 4–8 Stunden kürzer als bei LSD.
Die Samen enthalten neben LSA auch weitere Ergolinalkaloide wie Ergonovin (Ergometrin), Lysergol und iso-LSA. Das genaue Wirkungsprofil entsteht vermutlich durch das Zusammenspiel dieser Verbindungen. Der LSA-Gehalt schwankt je nach Pflanzenpopulation, Herkunft und Lagerung erheblich. In der wissenschaftlichen Literatur werden Gehalte von etwa 0,05–0,25 mg LSA pro Samen angegeben, was die erhebliche Variabilität der Erfahrungsberichte erklären dürfte.
LSA wirkt primär als partieller Agonist an Serotonin-5HT2A-Rezeptoren — denselben Rezeptoren, über die LSD und Psilocybin ihre psychedelischen Effekte vermitteln. Darüber hinaus interagiert es mit Dopamin- und Noradrenalin-Systemen.
Wirkung: Sedativer Trip mit visuellen Elementen
Nach der Einnahme von rohen oder gemahlenen Samen von Argyreia nervosa tritt die Wirkung nach etwa 60–90 Minuten ein. Bei oraler Einnahme müssen die Samen zunächst verdaut werden, bevor LSA ins Blut gelangt. Viele Nutzer versuchen, die Samen vor der Einnahme zu schälen oder zu mahlen, da die Schale schwer verdaulich ist und Übelkeit verstärken kann.
Erwünschte Effekte (bei psychoaktiver Dosis von 3–6 Samen):
- Körperliche Entspannung bis hin zu Schwere und Benommenheit
- Visuelle Veränderungen: Farbintensivierung, leichte Muster — deutlich weniger ausgeprägt als bei LSD
- Veränderte Zeitwahrnehmung
- Introspektive, träumerische Gedankengänge
- Milde Euphorie oder Wohlgefühl bei niedrigen Dosen
Häufige unerwünschte Begleiteffekte:
- Übelkeit und Erbrechen, besonders in den ersten 1–2 Stunden
- Vasokonstriktion: Kribbeln und Taubheit in Händen und Füßen (durch die Ergolin-Struktur)
- Mydriasis (Pupillenerweiterung)
- Schwere Beine, motorische Einschränkungen
- Angstzustände bei höheren Dosen oder ungünstiger Umgebung
Die Gesamtdauer liegt typischerweise bei 4–8 Stunden, mit einer Nachklang-Phase von weiteren 2–4 Stunden. Der Vergleich mit LSD zeigt: LSA ist weniger "hell", weniger kognitiv stimulierend und körperlich belastender. Viele Nutzer empfinden die körperliche Komponente (Übelkeit, Vasokonstriktion) als dominanter als den psychedelischen Anteil.
Risiken: Pestizide, Vergiftung und substanzinduzierte Psychosen
Das größte unmittelbare Risiko bei der Einnahme von Hawaiian-Baby-Woodrose-Samen ist nicht LSA selbst, sondern die häufige Kontamination mit Pestiziden. Samen, die im Gartencenter oder über Zierpflanzen-Anbieter verkauft werden, sind in vielen Fällen mit Fungiziden, Insektiziden oder Organophosphaten behandelt. Diese Behandlung schützt die Samen vor Schädlingen und Schimmel während der Lagerung — sie ist für Konsumenten jedoch nicht erkennbar und auf der Verpackung nicht immer ausgewiesen.
Organophosphat-Vergiftung: Organophosphate hemmen die Acetylcholinesterase, ein Enzym, das für die Signalentstehung im Nervensystem essenziell ist. Die Symptome einer Vergiftung umfassen: starkes Schwitzen, Speicheln, Tränenfluss, Muskelkrämpfe, Bradykardie, Bronchospasmen und in schweren Fällen Atemversagen. Diese Symptome können mit den psychedelischen Effekten von LSA verwechselt werden und erfordern sofortige ärztliche Behandlung.
Psychiatrische Risiken: Eine systematische Auswertung von Notaufnahmefällen (Hogrefe, 2019) dokumentierte mehrere Fälle substanzinduzierter Psychosen nach der Einnahme von Hawaiian-Baby-Woodrose-Samen. Betroffene zeigten anhaltende Wahnvorstellungen, Desorientiertheit und Angststörungen, die über die Wirkungsdauer hinaus andauerten. Vorbestehende psychiatrische Erkrankungen oder Familienanamnesen mit Psychosen erhöhen dieses Risiko erheblich.
Vasokonstriktion: Die Ergolin-Struktur von LSA teilt mit Ergotalkaloiden die Fähigkeit zur Vasokonstriktion. Bei Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Raynaud-Syndrom oder gleichzeitiger Einnahme vasokonstringierender Substanzen (z.B. Triptane, Koffein in hohen Dosen) kann dies problematisch werden.
Wechselwirkungen: Kombination mit anderen serotonergen Substanzen (MDMA, SSRI) erhöht das Risiko eines Serotonin-Syndroms. MAO-Hemmer verstärken die Wirkung und Toxizität von LSA unvorhersehbar. Alkohol verstärkt die Übelkeit und Sedation erheblich.
Rechtslage in Deutschland
Die Rechtslage rund um Hawaiian Baby Woodrose ist in Deutschland eine klare Grauzone. Die Pflanze Argyreia nervosa sowie ihre Samen sind nicht im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gelistet. Der Kauf, Besitz und Verkauf von Samen als Zierpflanzensamen ist somit legal. Der Wirkstoff LSA (Ergine, D-Lysergsäureamid) ist ebenfalls nicht explizit im BtMG geführt.
Der entscheidende rechtliche Knackpunkt liegt in der Abgrenzung zwischen "Zierpflanzensamen" und "Rauschmittelzubereitung". Wer Samen nachweislich zum Zweck der Extraktion oder des Konsums erwirbt, kann sich theoretisch auf unerlaubten Umgang mit nicht verkehrsfähigen Stoffen strafbar machen — auch wenn der konkrete Stoff nicht gelistet ist. Die Analogklausel des BtMG (§ 29) ist jedoch für nicht gelistete Substanzen nicht direkt anwendbar.
Im New Psychoactive Substances Act (NpSG) — dem deutschen Neuen-psychoaktive-Stoffe-Gesetz — ist LSA ebenfalls nicht aufgeführt. De facto bedeutet das: Der Besitz der Samen selbst ist straflos; das Extrahieren von LSA oder das bewusste Konsum-Readying befinden sich in einer rechtlichen Grauzone, die von Strafverfolgungsbehörden unterschiedlich bewertet wird. Die praktische Strafverfolgung für private Samenbesitzer ist äußerst selten, aber nicht ausgeschlossen.
In anderen Ländern — darunter die USA (LSA ist als Schedule III-Stoff analog zu LSD gelistet), Großbritannien und Australien — ist die Rechtslage deutlich restriktiver. Wer reist, sollte die jeweiligen nationalen Regelungen prüfen.
Nachweisbarkeit von LSA in Drogentests
LSA ist in Standard-Immunoassay-Drogentests (wie sie in Betrieben, bei Behörden oder Verkehrskontrollen eingesetzt werden) in der Regel nicht nachweisbar. Diese Tests sind auf die häufigsten illegalen Substanzen ausgerichtet — THC, Kokain, Amphetamine, Opiate und Benzodiazepine. LSA fällt in keiner dieser Standardkategorien.
Bei spezifischen LSD-Tests ist eine Kreuzreaktivität mit LSA theoretisch denkbar, da beide Substanzen ähnliche Grundstrukturen teilen. Routine-LSD-Tests sind jedoch sehr selten und werden kaum im Arbeitskontext oder bei Standardverkehrskontrollen eingesetzt. Selbst Speziallabore müssen gezielt auf Ergolin-Alkaloide testen, um LSA zuverlässig nachzuweisen.
Die Halbwertszeit von LSA im Blut ist kurz (wenige Stunden), die Metaboliten werden im Urin ausgeschieden, sind aber ohne Spezialmethoden wie LC-MS/MS (Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie) nicht von anderen Ergolinverbindungen unterscheidbar. Für praktische Zwecke gilt: LSA wird in gängigen Drogentests nicht erfasst.
Wichtig zu verstehen: Die Nicht-Nachweisbarkeit in Standardtests entbindet nicht von rechtlichen Risiken und bedeutet keine Sicherheit in Bezug auf Gesundheitsschäden oder Verkehrstüchtigkeit. Die sedative und psychomotorisch beeinträchtigende Wirkung von LSA ist real — auch wenn kein Test sie nachweist, macht sie das Führen von Fahrzeugen gefährlich und strafrechtlich relevant (§316 StGB, Trunkenheit im Verkehr, gilt auch für Drogen).
Weitere Informationen zu verwandten psychedelischen Substanzen: LSD / Acid, Psilocybin (Magic Mushrooms) und THC / Cannabis.
Häufige Fragen zu Holzrose (LSA)
Was ist der Unterschied zwischen LSA und LSD?
LSA (Lysergsäureamid) ist der natürliche Vorläufer von LSD (Lysergsäurediethylamid). LSA bindet an 5-HT₂A-Rezeptoren wie LSD, ist aber ca. 10× schwächer. Die Wirkung gilt als erdiger, körperschwerer und mit stärkerer Sedierung. Die extreme Übelkeit bei Holzrosen-Samen entsteht durch Begleitstoffe, nicht durch LSA selbst.
Wie viele Samen braucht man?
Typische Dosen: 4–8 Samen (leicht), 8–12 Samen (mittel), 12–20 Samen (stark). Achtung: Samen können mit Pestiziden oder Fungiziden behandelt sein — immer waschen, NIE kommerziell behandelte Samen konsumieren. Übelkeit ist stark und kann stundenlang andauern.
Quellen & weiterführende Links
Verwandte Substanzen
LSD
Potentestes bekanntes Psychedelikum — bereits Mikrogramm-Dosen lösen bis zu 12-stündige Halluzinationen aus.
Morning Glory
Morning-Glory-Samen (Ipomoea-Arten) enthalten LSA. Aztekisches Ritual-Psychedelikum "Ololiuqui". Schwächer als Holzrose-Samen, aber ähnliche Wirkung.
Psilocybin
Natürliches Psychedelikum aus Pilzen der Gattung Psilocybe — löst tiefe halluzinogene und mystische Erfahrungen aus.