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Cannabinoide

Cannabinol (CBN)

CBN entsteht beim Abbau von THC durch Licht und Sauerstoff. Mild sedierend, schwach psychoaktiv. Legal in Deutschland. Bekannt als „Schlafcannabinoid".

Auch: Schlaf-Cannabinoid, CBN-Öl, oxidiertes THC Formel: C₂₁H₂₆O₂ Entdeckt: 1896 (Wood, Spivey, Easterfield) — ältestes isoliertes Cannabinoid Legal
Kategorie Cannabinoide
Rechtsstatus Legal
Abhängigkeit 0/10
Risiko 1/10

CBN entsteht beim Abbau von THC durch Licht und Sauerstoff. Mild sedierend, schwach psychoaktiv. Legal in Deutschland. Bekannt als „Schlafcannabinoid".

  • Kategorie: Cannabinoide
  • Rechtsstatus DE: CBN steht nicht auf dem BtMG oder NpSG. CBN-Produkte aus Nutzhanf sind in Deutschland legal erhältlich.
  • Abhängigkeitspotenzial: 0/10 — keine bekannte Abhängigkeit
  • Wirkung: Sedierung, Entspannung, Euphorie, Anxiolyse
  • Nachweis im Urin: nicht erfasst
CBN Cannabinol — Wissenschaftler analysiert Abbauprodukte in modernem Chemielabor
CBN Cannabinol — Wissenschaftler analysiert Abbauprodukte in modernem Chemielabor

Was ist CBN (Cannabinol)?

Cannabinol (CBN) ist ein Abbauprodukt von Tetrahydrocannabinol (THC): Wenn THC Licht, Sauerstoff oder Wärme ausgesetzt wird, oxidiert es schrittweise zu CBN. Dieser Prozess erklärt, warum altes, schlecht gelagertes Cannabis einen höheren CBN-Gehalt aufweist als frisch geerntetes Material. Chemisch gesehen ist CBN ein aromatisiertes Derivat von THC — durch die Oxidation verliert es die typische Doppelbindung im Ring und gewinnt einen aromatischen Benzolring.

CBN hat die Summenformel C21H26O2 und eine Molekülmasse von 310,43 g/mol. Im Gegensatz zu den anderen großen Cannabinoiden (CBD, CBG, CBC) entsteht CBN also nicht direkt durch pflanzliche Biosynthese, sondern als Zerfallsprodukt. In frischen Cannabisblüten liegt der CBN-Gehalt typischerweise unter 0,5 %; in deutlich gealtertem Material kann er auf 1–2 % ansteigen.

Als isoliertes Cannabinoid ist CBN in Deutschland seit einigen Jahren als Öl und in Kapselform erhältlich — oft vermarktet unter dem Schlagwort "das Schlafcannabinoid". Ob diese Reputation wissenschaftlich begründet ist, wird weiter unten differenziert beleuchtet.

CBN hat die Summenformel C21H26O2 und eine Molekülmasse von 310,43 g/molIn frischen Cannabisblüten liegt der CBN-Gehalt typischerweise unter 0,5 %in deutlich gealtertem Material kann er auf 1–2 % ansteigen
Quick Facts
NameCannabinol (CBN)
Bekannt alsSchlaf-Cannabinoid, CBN-Öl, oxidiertes THC
KategorieCannabinoide
FormelC₂₁H₂₆O₂
Entdeckt1896 (Wood, Spivey, Easterfield) — ältestes isoliertes Cannabinoid
Rechtsstatus Legal
Zuletzt geprüft25.06.2026
Abhängigkeitspotenzial
0/10
keine bekannte Abhängigkeit
Wirkungsdauer
Onset 20–40 Min
Wirkung 3–5 Std
Abklingen 1–2 Std
Einnahme Gesamt: Wirkung subtil, 4–6 Std

CBN-Öl sublingual: Onset 20–40 Min. Keine intensive Wirkungskurve.

Wirkungsprofil
Sedierung
5/10
Entspannung
5/10
Euphorie
1/10
Anxiolyse
3/10
Nachweisbarkeit
Urin
nicht erfasst
Standard-THC-Tests erfassen CBN nicht. CBN-COOH hat keine Kreuzreaktivität mit THC-COOH-Antikörpern.
Blut
nicht erfasst
Kein Standard-Drogentest erfasst CBN.

Pharmakologie: Wie schwach psychoaktiv ist CBN wirklich?

CBN ist schwach psychoaktiv — mit etwa einem Zehntel der CB1-Bindungsaffinität von THC. Diese Schätzung stammt aus frühen Radioligand-Bindungsstudien (Mechoulam & Ben-Zvi, 1969; Petitet et al., 1998). In der Praxis bedeutet das: In typischen Produktmengen (5–10 mg CBN) ist kein messbarer Rauscheffekt zu erwarten. Bei sehr hohen Dosen (>50 mg) könnten theoretisch leichte THC-ähnliche Effekte auftreten — entsprechende Humanstudien fehlen aber.

Relevante Rezeptor-Interaktionen von CBN:

  • CB1-Rezeptoren: Partieller Agonist mit niedriger Potenz (Ki ~211 nM, zum Vergleich: THC ~40 nM).
  • CB2-Rezeptoren: Moderate Affinität (Ki ~126 nM) — mögliche immunmodulierende Wirkung.
  • TRPV2-Aktivierung: CBN aktiviert den Hitzeschmerzrezeptor TRPV2, was in Schmerzmodellen relevant sein könnte.
  • Hemmung spannungsgesteuerter Na+-Kanäle: Mögliche Grundlage für antikonvulsive Effekte in Tiermodellen.
  • 5-HT1A-Agonismus (partiell): Wie CBD und CBG, könnte zu anxiolytischen Effekten beitragen.

Da CBN aus dem Abbau von THC entsteht, enthält es strukturell und pharmakologisch Überlappungen mit THC — aber ohne dessen volle CB1-Potenz.

CB1-Rezeptoren: Partieller Agonist mit niedriger Potenz (Ki ~211 nM, zum Vergleich: THC ~40 nM).CB2-Rezeptoren: Moderate Affinität (Ki ~126 nM) — mögliche immunmodulierende Wirkung.TRPV2-Aktivierung: CBN aktiviert den Hitzeschmerzrezeptor TRPV2, was in Schmerzmodellen relevant sein könnte.Hemmung spannungsgesteuerter Na+-Kanäle: Mögliche Grundlage für antikonvulsive Effekte in Tiermodellen.

"Das Schlafcannabinoid" — Mythos oder Wahrheit?

CBN wird intensiv als natürliches Schlafmittel vermarktet. Der Ursprung dieser Reputation ist komplex und lohnt eine kritische Betrachtung.

Woher kommt der Ruf?

Ein häufig zitierter Ursprung: Eine informelle Untersuchung des Pharmaunternehmens Steep Hill Labs (2017) behauptete, 2,5–5 mg CBN seien in ihrer schlafinduzierenden Wirkung mit 5–10 mg Diazepam vergleichbar. Diese Aussage stammte jedoch nicht aus einer veröffentlichten, peer-reviewten Studie und ist methodisch nicht belastbar. Dennoch verbreitete sie sich viral in der Cannabis-Community.

Was Tierversuche zeigen

In Mausmodellen zeigten Kombinationen aus CBN und CBD tatsächlich sedierende Eigenschaften, die stärker waren als die Einzelsubstanzen allein — ein möglicher Hinweis auf einen Entourage-Effekt (Russo, 2011). Auch konnte CBN in Rattenmodellen die Schlafdauer verlängern, wenn es in Kombination mit anderen Cannabinoiden verabreicht wurde.

Humanklinische Evidenz: sehr begrenzt

Stand 2025 gibt es keine robusten randomisierten kontrollierten Studien am Menschen, die CBN als Schlafmittel belegen. Eine kleine Pilotstudie (Corroon, 2021, Journal of Cannabis Research) untersuchte CBN-Öl bei Schlafstörungen, fand aber keinen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber Placebo. Zwei weitere Humanstudien mit Kombinationsprodukten (CBD+CBN) zeigen Trends zur Schlafverbesserung, leiden jedoch unter kleinen Fallzahlen (n=15–30) und fehlender Randomisierung.

Fazit: CBN kann schlaffördernd sein — insbesondere in Kombination mit CBD über den Entourage-Effekt. Als belegte, verlässliche Schlafhilfe auf dem Niveau zugelassener Medikamente gilt es wissenschaftlich jedoch nicht. Wer an ernsthaften Schlafstörungen leidet, sollte ärztliche Hilfe suchen.

Ein häufig zitierter Ursprung: Eine informelle Untersuchung des Pharmaunternehmens…In Mausmodellen zeigten Kombinationen aus CBN und CBD tatsächlich sedierende…Stand 2025 gibt es keine robusten randomisierten kontrollierten Studien am Menschen,…

Weitere Forschungsansätze: Antibakteriell, Antikonvulsiv, Appetit

Neben Schlaf werden für CBN weitere pharmakologische Eigenschaften erforscht:

  • Antibakteriell: CBN zeigte in der bereits erwähnten MRSA-Studie (Farha et al., 2020) antibakteriellen Aktivität gegen resistente Staphylokokken-Stämme — vergleichbar mit CBG, allerdings in einem anderen Wirkmechanismus-Profil.
  • Antikonvulsiv: In frühen Tiermodellen (Konsumenten-Cannabis-Forschung, 1970er/80er) und In-vitro-Modellen hemmt CBN neuronale Übererregbarkeit über spannungsgesteuerte Natriumkanäle. Klinische Daten fehlen vollständig.
  • Appetitanregung: Wie THC (aber schwächer) stimuliert CBN über CB1-Rezeptoren den Appetit in Tiermodellen. Für Patienten mit appetitreduzierten Zuständen (Chemotherapie, HIV/AIDS) könnte das relevant sein — ohne klinischen Beleg.
  • Entzündungshemmung: CB2-Aktivierung durch CBN könnte immunmodulierende Effekte haben, die in Entzündungsmodellen relevant sind. Präklinische Daten sind vorhanden, Humanstudien fehlen.
Neben Schlaf werden für CBN weitere pharmakologische Eigenschaften erforscht:
CBN — Cannabinoide

Rechtslage in Deutschland: Grauzone & Vorsicht

Der Rechtsstatus von CBN in Deutschland ist differenzierter als bei CBG oder CBD.

CBN selbst steht weder im BtMG (Anlage I–III) noch im NpSG. Als isoliertes Cannabinoid aus legalem Nutzhanf hergestellt, ist CBN-Isolat in Deutschland grundsätzlich nicht verboten. Produkte wie CBN-Öle oder CBN-Kapseln sind in dieser Form legal erhältlich.

Kritischer Punkt: Eigenherstellung ist illegal. CBN entsteht aus dem Abbau von THC — wer versucht, durch gezielte Lagerung von Cannabis-Blüten den CBN-Gehalt zu erhöhen (Oxidation), geht von illegalen Cannabis-Blüten aus. Der Besitz von THC-haltigem Cannabis bleibt verboten, wenn er über die gesetzlichen Freigrenzen des Cannabisgesetzes (CanG, in Kraft seit April 2024) hinausgeht.

Für den Konsum von regulär im Handel erhältlichen CBN-Produkten (Öle, Kapseln) aus zertifiziertem Nutzhanf ergibt sich kein rechtliches Problem — solange der THC-Gehalt im Produkt unter dem gesetzlichen Grenzwert liegt.

Der Besitz von THC-haltigem Cannabis bleibt verboten, wenn er über die gesetzlichen…

Drogentest: Wird CBN erfasst?

Hier ist Genauigkeit wichtig, denn es gibt zwei verschiedene Fragen:

Frage 1: Erkennen Standard-Drogentests CBN direkt?

Nein. Standard-Urinschnelltests und ELISA-Assays für THC detektieren THC-COOH (11-nor-9-carboxy-THC), das Hauptabbauprodukt von THC im menschlichen Stoffwechsel. CBN wird nicht zu THC-COOH abgebaut — es hat zwar eine ähnliche Struktur wie THC, folgt aber einem anderen Metabolisierungsweg. Kreuzreaktivität bei üblichen Schnelltests ist damit sehr unwahrscheinlich bis ausgeschlossen.

Frage 2: Kann CBN-Konsum trotzdem zu einem positiven THC-Test führen?

Indirekt ja, aus zwei Gründen:

  1. Produktverunreinigungen: CBN-Produkte aus minderwertiger Herstellung können THC-Spuren enthalten. Wer solche Produkte regelmäßig nimmt, kann THC-COOH im Urin akkumulieren. Daher: Nur Produkte mit CoA von akkreditierten Labors verwenden.
  2. Gleichzeitiger THC-Konsum: Wer neben CBN-Produkten auch THC (Medizinalcannabis oder Genusscannabis nach CanG) konsumiert, hat naturgemäß THC-COOH im Urin — nichts, was CBN selbst verursacht, aber der Kontext ist relevant.

Fazit Drogentest: Reines CBN-Isolat aus sauberer Quelle führt nicht zu einem positiven THC-Test. Die Verantwortung für die Produktqualität liegt beim Hersteller — und beim informierten Konsumenten, der nach dem CoA fragt.

Zum Vergleich: THC — Wirkung, Dosierung & Risiken | CBD — Alles zur Wirkung


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Hier ist Genauigkeit wichtig, denn es gibt zwei verschiedene Fragen:Kreuzreaktivität bei üblichen Schnelltests ist damit sehr unwahrscheinlich bis…Indirekt ja, aus zwei Gründen:

Häufige Fragen zu CBN

Hilft CBN wirklich beim Schlafen?

Die Belege sind schwach. Eine Studie von Karniol et al. (1975) zeigte bei Kombination von THC + CBN eine stärkere Sedierung als THC allein. Isoliert gibt es keine robusten kontrollierten Humanstudien zu CBN als Schlafmittel. Der Ruf als „Schlafcannabinoid" basiert hauptsächlich auf Nutzerberichten und Tiermodellen.

Enthält altes Cannabis mehr CBN?

Ja. THC oxidiert beim Altern (Licht, Wärme, Sauerstoff) zu CBN. Stark gealtertes Cannabis mit wenig THC enthält oft höhere CBN-Anteile. Das erklärt, warum älteres Cannabis als „couchlocky" und weniger euphorisierend gilt.

Quellen & weiterführende Links

CC
Redaktionell geprüft von der CannaCheck-Redaktion Zuletzt aktualisiert: 25.06.2026 — Alle Inhalte werden regelmäßig auf Aktualität geprüft. Quellen: BZgA, EMCDDA, BfArM.